Psychotherapie für Kinder und Jugendliche
Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen ist eine wissenschaftlich fundierte Behandlung seelischer, emotionaler und psychosomatischer Störungen. Sie hilft jungen Menschen dabei, belastende innere Erfahrungen zu verarbeiten, sich stabiler zu fühlen und ihre Entwicklung wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen.
Ziel der Therapie
Ziel ist nicht nur der Abbau von Symptomen, sondern vor allem die Stärkung des seelischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Kinder und Jugendliche sollen sich wieder freier entfalten, sicherer fühlen und in ihrem Alltag gestärkt werden – sei es in der Familie, Schule oder im Freundeskreis.
Welche Psychotherapieverfahren werden angeboten – und was bedeuten sie?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für vier wissenschaftlich anerkannte Psychotherapieverfahren. Diese sogenannten Richtlinientherapien wurden vom Gemeinsamen Bundesausschuss geprüft und für wirksam befunden:
1. Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass problematisches Verhalten erlernt wurde – und deshalb auch wieder verändert werden kann. In der Therapie werden konkrete Strategien entwickelt, um Schwierigkeiten zu überwinden, zum Beispiel durch Übungen, Gespräche oder Verhaltensproben. Sie ist ziel- und handlungsorientiert und häufig sehr strukturiert.
Besonders geeignet bei: Autismus, Zwängen, Schulproblemen
2. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Diese Therapieform geht tiefer: Sie richtet den Blick auf innere Konflikte, unbewusste Bedürfnisse und frühe Beziehungserfahrungen, die das aktuelle Verhalten beeinflussen. Im Zentrum steht die therapeutische Beziehung, in der neue Erfahrungen gemacht und innere Spannungen bearbeitet werden können.
Besonders geeignet bei: seelischem Rückzug, Ängsten, Depression psychosomatischen Beschwerden, Bindungs- oder Beziehungsproblemen.
👉 Dies ist das Verfahren, mit dem ich in meiner Praxis arbeite – dabei verbinde ich tiefenpsychologische Grundlagen mit einem humanistischen, individuell abgestimmten Vorgehen. Bei Bedarf ergänze ich Elemente aus der systemischen Arbeit, Verhaltenstherapie oder Familientherapie.
3. Psychoanalyse
Die Psychoanalyse ist die älteste Form der Psychotherapie. Sie basiert auf der Idee, dass unbewusste Konflikte aus der Kindheit unser heutiges Erleben und Verhalten stark beeinflussen. In der Regel findet sie mehrmals wöchentlich statt, oft über einen längeren Zeitraum, und ermöglicht eine besonders tiefe Auseinandersetzung mit der eigenen inneren Welt.
Besonders geeignet bei: chronischen, tiefgreifenden seelischen Störungen oder sich wiederholenden Beziehungsmustern
4. Systemische Therapie
Die systemische Therapie betrachtet den Menschen immer im Zusammenhang mit seinen Beziehungen – etwa zur Familie, Schule oder Peergroup. Sie fragt weniger: „Was stimmt nicht mit dem Kind?“ – sondern eher: „Was sagt uns das Verhalten des Kindes über sein Umfeld?“ Der Fokus liegt auf dem Wechselspiel zwischen Individuum und System, oft unter Einbeziehung der Familie.
Besonders geeignet bei: familiären Belastungen, Konflikten, Anpassungsschwierigkeiten, Schulproblemen
Wann ist Psychotherapie sinnvoll?
Eine Psychotherapie kann hilfreich sein, wenn ein Kind oder Jugendlicher über längere Zeit in seinem seelischen Gleichgewicht gestört ist oder das Verhalten auffällig verändert erscheint. Dazu gehören unter anderem:
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Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen (ADS, ADHS)
- Einnässen nach dem 5. Lebensjahr
- Starke Verhaltensauffälligkeiten (z. B. Aggression, Rückzug)
- Depressionen (oft auch erkennbar an Reizbarkeit, Ängsten, Leistungsabfall)
- Trennungsängste, soziale Ängste, diffuse Sorgen
- Körperliche Beschwerden ohne organische Ursache (z. B. Bauchweh, Kopfweh)
- Schulische oder soziale Schwierigkeiten mit seelischem Hintergrund
- Belastungsreaktionen nach einschneidenden Erlebnissen
- Essstörungen (z. B. Anorexie, Bulimie, Binge-Eating-Störung)
Kostenübernahme
Wenn eine behandlungsbedürftige seelische Störung festgestellt wird, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Therapie. Vor dem Behandlungsbeginn wird ein anonymisiertes Gutachten erstellt, das von unabhängigen Fachgutachtern geprüft wird. Nach der Bewilligung kann die Therapie beginnen.
Wenn Sie unsicher sind, ob eine Psychotherapie für Ihr Kind sinnvoll ist, oder wenn Sie ein Erstgespräch vereinbaren möchten, nehmen Sie gerne Kontakt auf. Gemeinsam klären wir die nächsten Schritte.